Edgar Knecht und COMPANY

KRITIKEN


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Edgar Knecht im Jazzpodium


In Havanna haben sie den Tastenvirtuosen mit den herrlichen musikalischen Ideen und seiner extravaganten Mixtur aus altdeutschen Volksweisen, Jazz und Weltmusik frenetisch gefeiert. Zu Recht, denn was sich da vor uns ausbreitet an Musik, ist schlichtweg grandios.

Das „Heiße Kathreinerle“ fegt und wirbelt uns erst einmal gegen die Wand mit seinem Rhythmus und Tempo. „Maria durch ein Dornwald ging“ wird zum Seelentrip durch die Jahrhunderte, und „Es war ein König in Thule“ zum Gipfeltreffen zwischen Beethoven und kubanischer Salsa. Ein rauschendes Fest mit wilden Küssen und glühender Leidenschaft feiern ein afrikanischer Sechsachtel- und ein deutscher Dreivierteltakt in „Froh zu sein bedarf es wenig“. Edgar Knecht weckt diesen schlafenden König der Freude in uns mit seiner flotten Melange der Jahrhunderte und musikalischen Stile. Zu hören gibt es diese kleinen Wunderwerke auf seiner aktuellen CD „Good Morning Lilofee“.

A. Zeh, Jazzpodium
(Das ganze Interview im Oktoberheft 2010)
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Froh zu sein bedarf es wenig


Heute heißt´s lustig sein
Manchmal sitzt man recht mutlos vor dem stetig anwachsenden Stapel von CDs, die der Anhörung und Bewertung harren. Welche soll die nächste sein? Mal ist es der Name der Formation oder des Künstlers, der den Ausschlag gibt, mal des Labels. Und dann gibt es noch die Fälle, in denen "das Auge mithört". Man sieht das Cover eines Albums, fühlt sich von Bild und Aussage spontan berührt, spricht die Formel: "Das isses!" und legt die in diesem Fall grün-silberne Scheibe ein. Volltreffer!

Würde ich allein schon wegen des stimmungsvollen Fotos des herrlichen Karpfens, der ruhig durchs Schilf gleitet, diese CD nie wieder hergeben, der heitere Titel des Albums "Good Morning Lilofee" täte ein übriges. Wobei wir noch nicht über die Musik gesprochen haben. Und die würde sogar in ein mausgraues Kuvert aus Umweltschutz-Papier verpackt den Rang einnehmen können, den sie bei mir bereits nach einmaligem Anhören erobert hat. Gemeinsam mit Rolf Denecke, Stephan Emig und Tobias Schulte hat Edgar Knecht ein fröhlich-freches Album eingespielt, das elegant, reich an Einfällen, mit viel Fingerspitzengefühl und trittsicher in allen Genres mit Barock und Latin, Cool und Modern jongliert - mal ganz zu schweigen vom deutschen Balladen-Ton.

(...) In den folgende 10½ Minuten wird die hinreißende Musikalität dieses außergewöhnlichen Ensembles deutlich, wenn Carl Friedrich Zelters Musik zu Johann Wolfgang Goethes Epos "Es war ein König in Thule" frischen Wind bekommt. Das habe ich jetzt schon, ohne es "satt" zu bekommen, wenigstens fünf Mal hintereinander durchlaufen lassen. Es steckt voller Schmankerl und Überraschungen, erinnert einmal mehr an Loussier und seine kongenialen Mitstreiter Vincent Charbonnier und André Arpino und es birgt pikante Anspielungen an den glasklar hämmernden Stil Horst Jankowskis und das Latin Monty Alexanders. Das schönste Stück des insgesamt phantastischen Albums... unbedingt den Musenkuß!

Frank Becker Musenblätter
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Edgar Knecht
Es freit ein wilder Wassermann


(...) Mit Stephan Emig am Schlagzeug und Andreas Nowak am Bass waren die passenden Musiker schnell gefunden, und als Nowak nach New York ging, entdeckte Knecht in Rolf Denecke einen hervorragenden Ersatz. In dieser Besetzung ist das Trio nun zu einer glänzenden Einheit zusammengewachsen.

Mit dem Opener »Heißes Kathreinerle« (Originaltitel: »Heißa Kathreinerle«) geht das Album rasant los; die klassische Vorbildung Knechts ist deutlich zu erkennen, und trotzdem swingt die Nummer höllisch. Mit dem zweiten Titel »Nachts um 3/4«, der nicht auf Volksliedthemen basiert, kommt der Gastperkussionist Tobias Schulte hinzu. Er bringt eine Menge exotische Klangfarben ins Spiel - u.a. die aus Nigeria stammende Udu aus gebranntem Ton, die vom Aussehen her an eine Blumenvase mit einem Loch erinnert -, die deutlich machen, dass es Knecht nicht um Deutschtümelei geht: »Das soll eigentlich schon der Titel der CD ausdrücken. ›Good Morning‹ steht für meine Lust, diese Songs mit dem Duft von frischen musikalischen Ideen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.«

Doch was kann man aus einer schwermütigen Ballade wie »Es war ein König in Thule« (1774) machen – außer eine andere schwermütige Ballade? Das Gedicht von Goethe, von Carl Friedrich Zelter (1758-1832) vertont, hat ziemlich schnell seinen heutigen Volksliedcharakter angenommen. Knecht geht damit zunächst den naheliegenden Weg und stellt das Thema in strenger Form vor. Doch danach traut man seinen Ohren kaum: Das Tempo ändert sich urplötzlich, Denecke und Emig folgen dem Pianisten in alle Verästelungen und rhythmischen Verschiebungen, grooven und fliegen dahin, und das Thema blitzt in veränderter Form an allen möglichen und unmöglichen Stellen hervor (...)

Mit seiner Vorgehensweise ist es Edgar Knecht gelungen, die Lieder im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Wer sich immer noch fragt, wer denn diese Lilofee im Titel des Albums eigentlich ist, möge sich, wenn er/sie kann, an das Volkslied »Es freit ein wilder Wassermann« erinnern. Oder es googeln.

Von Rolf Thomas, Jazzthetik
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Edgar Knecht - "Good Morning Lilofee"


Edgar Knecht...bringt den Hörer ohne Pause zum Staunen. Durch seine musikalischen Vorlagen-Verfilmungen geht der Knopf stante pede auf und nicht mehr zu. Die Interpretationen selbst sind tonale Reisen mit unterschiedlichen Hörenswürdigkeiten. Natürlich ist der Heimatbahnhof von Knecht der Jazz, allerdings lassen sich unschwer klassische Anleihen sowie Ausflüge in lateinamerikanische Gefilde erkennen. Darüber hinaus gibt es auch sphärisch schwebende Abschnitte und alleine diese Routenplanung macht einen (neu)gierig auf Volklieder (...)

"Valse Bleu" ist ein fröhlich gestimmtes Stück Jazz auf leichtem Fuß. Herrlich, welche Tastenläufe der Mann am Klavier einschiebt. Was man durch das Verschieben von Betonungen erreichen kann, macht dann eben die andere Art des Walzers aus. Alles klingt locker und so verdammt selbstverständlich. Aber dahinter steckt eine Menge an Einfallsreichtum. Dazu brillant ist die rhythmische Zeichnung der Nummer.

Mit einem festen Blick auf seine Künste ist Edgar Knecht auch Schönheitschirurg. "Thule" geht zurück auf Johann Wolfgang von Goethes Gedicht "Der König von Thule". Vertont wurde es unter anderem von den zwei Franz' (Schubert und Liszt) sowie Robert Schumann. Die Vorlagen dienen nicht nur dem Pianisten zum Ausleben von Fantasien. Bands wie Faun, die sich der mittelalterlichen Musik verschrieben haben, bleiben an der entsprechenden Zeit haften. Knecht ist anders. Er macht sein über zehnminütiges Ding daraus und verbindet Vergangenheit sowie Gegenwart auf dramatische Weise.(...)

Edgar Knecht hat mit "Good Morning Lilofee" bei einem von mir nie und nimmer zu erahnendem musikalischen Fass den Deckel der Hörfreude geöffnet. Es wundert einen nicht, dass er dafür 2009 beim Jazz Festival Havanna gefeiert wurde. Aus meiner Sicht schreiben die acht Songs Geschichte. Das macht dem Mann so schnell kein anderer Musiker nach ... einzigartig.

Joachim 'Joe' Brookes Rocktimes
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Good Morning Lilofee
Tipp 2010 bei "Mein Plattenfreund"


...Lilofee heißt übrigens die Hauptfigur im Volkslied “Es freit ein Wilder Wassermann.” Es soll als Sinnbild für all die vergessenen Lieder aus der Kindheit dienen. Mit nur zwei Eigenkompositionen ist eine CD entstanden, die so souverän zwischen Jazz und Weltmusik hin und her manövriert, dass man kaum glauben kann, welche Kraft aus Liedern wie “Froh…(zu sein bedarf es wenig”) oder “Schlaf Kindlein schlaf” zu holen ist. Da wird der alte Kanon, wie Edgar Knecht es ausdrückt “ im afrikansichen 6/8 mit deutschem 3/4 im Freudentanz gespielt” oder mit Begeisterung die unglaubliche Geschichte vom Kuckuck erzählt. Das alles am Piano, begleitet von einer unglaublich brillant spielenden Band. Allein für den Kontrabass bei “Maria (durch ein Dornwald ging)” lohnt es sich eine sündhafte teure Anlage anzuschaffen und staunend vor den Boxen zu verharren. Es könnte einem die Tränen in die Augen treiben. Edgar Knecht spielt dieses Lied für seine verstorbene Schwester, da es ihr Lieblingslied war. Man kann sich geradezu vorstellen, wie diese Lieder in der Kindheit mitgesungen und gespielt wurden. Edgar Knecht möchte mit den Neukompositionen die Lieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken, und um in der Märchensprache zu bleiben ihnen ein zauberhaftes neues Leben schenken. Diese Aufnahme hinterlässt Spuren und bleibt auf der ganzen Welt nicht ungehört. ....Ach, was wäre das für ein Musikunterricht, wenn man diese Lieder so lange spielen und singen würde, dass sie irgendwann da ankommen, wo Edgar Knecht am Piano einsetzt und die Schule rockt? Es bedarf manchmal so wenig, sich als König zu fühlen.

Andreas Heineke Mein Plattenfreund
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CD-Release im ausverkauften Schauspielhaus Kassel


„Good Morning Lilofee“ heißt die neue CD, die Pianist Edgar Knecht und sein Ensemble am Sonntag im ausverkauften Schauspielhaus präsentierten. Und sie hatten mächtig Spaß dabei. Gute drei Stunden zogen Edgar Knecht, Rolf Denecke am Bass, Stephan Emig am Drum und Tobias Schulte an der Percussion das Publikum in ihren Bann.

Dabei herrschte eine magische Kommunikation zwischen den vier Jazzern, die sich die musikalischen Motive mit einem Lächeln auf den Lippen spielerisch zuwarfen: In halsbrecherischen Klavierläufen, feurigen Drumsoli in afrikanischem Sechsachteltakt und bluesigen Basseinlagen wurden Knechts raffinierte Arrangements meisterhaft umgesetzt. Technische Perfektion, kompositorisches Genie und feinste Detailarbeit vereinten sich zu einer wirklich grandiosen Darbietung.

Und so konnte man verfolgen, wie die bekannten Melodien von „Maria durch ein Dornwald ging“ oder dem Tanzhit „Heissa, Kathreinerle“ zwischen mächtigen Akkorden verschwanden, sich eilig durch transparente chromatische Linien schlängelten und am Ende zum heißblütigen Reggae-Beat verschmolzen oder als lyrische Moll-Variation verklangen.

„Volkslieder sind oft im Dreivierteltakt geschrieben. Wenn man viel mit ihnen arbeitet, fängt man irgendwann an, im Walzer-Rhythmus zu denken und zu träumen“, erklärte Knecht mit einem Augenzwinkern. „Das nächste Stück habe ich tatsächlich geträumt. Ich musste nur noch schnell ans Klavier, um es aufzuschreiben.“

Passend zu dieser Einleitung auch der Titel der traumwandlerischen Ballade: „Nachts um ¾“. Es gab tosenden Applaus und zwei Zugaben.

Good Morning Lilofee ist bei Ozella Music erschienen.

Caroline Rehrmann Hessische Allgemeine
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Good Morning Lilofee
Highlight 2010 bei ArtPhönix


Die Presse scheint sich einig: der Pianist Edgar Knecht hat mit „Good Morning Lilofee“ ein sensationelles Jazzalbum abgeliefert, das ihn und seine Mitspieler ins Rampenlicht der internationalen Szene rückt.

Was die handwerkliche Güte betrifft, die in jeder Sekunde dieser LP deutlich wird, wird die Ausbildung jedes einzelnen Musikers zur Grundlage dieser faszinierenden acht Kompositionen.

Was aber verwundert ist die Tatsache, dass es Knecht geschafft hat, altes deutsches Liedgut in einen spannenden Diskurs zur modernen Jazzmusik zu bringen.

Von verträumten Balladen zu quicklebendigen Improvisationen und verblüffenden Einsätzen ihrer Instrumente zeigen Edgar Knecht & Co., wie interessant Jazz selbst für Neueinsteiger sein kann!

Auch die klangliche Umsetzung (Mastering Pauler Acoustics!) sorgt dafür, dass diese LP zu den Highlights des Jahres 2010 zählt!

ArtPhönix - Vinyl
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Im Dreivierteltakt in die Moderne


Wie verdammt groovend und modern Dreivierteltakt und Motive klassischer deutscher Volkslieder daher kommen können, wenn man sie erst mal wachgeküsst und mit viel Liebe in die heutige Welt mitgenommen hat, ließ jetzt im Göttinger Apex das Edgar-Knecht-Trio hören(...)

Pianist und Komponist Edgar Knecht gelingt es, den vermeintlich angestaubten Liedern dermaßen viel neues Leben und Modernität einzuhauchen, dass es wohl auch dem letzten Skeptiker den Atem verschlägt. Perfekt eingesetzte Kunstgriffe wie die Mischung des typischen Dreivierteltakts mit afrikanischen Sechsachtel-Varianten oder die äußerst fantasievolle Weiterentwicklung und Verselbständigung der musikalischen Grundmotive zaubern ganz neue alte Songs.

Das Göttinger Konzert war das erste abendfüllende der Tour, bei der das Edgar Knecht Trio seine Arbeit vorstellt. Schon hier präsentierten sich die sympathischen Musiker bestens eingespielt und vor Spielfreude fast platzend. Die herzliche Aufnahme durch das Apex-Publikum tat ihr Übriges für einen mehr als gelungenen Abend...

Isabel Trzeciok, Göttinger Tageblatt